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Hurra, ich habe bald wieder Urlaub. Woran ich das merke? Jedes Jahr pünktlich zur Urlaubszeit flattern die amtlich aufgemachten 'Unterschreib-mal-eben' Briefe ein. Dabei ist höchste Vorsicht geboten. Es handelt sich hier um eine zwar legale, aber sehr teure Abo-Falle.

Der amtlich aufgemachte Brief der 'Gewerbeauskunftzentrale'Diese Briefe kommen regelmäßig zur Urlaubszeit -so Juli/August- in unser Postfach. In einem recyclinggrauen Briefumschlag (das macht sonst nur das Finanzamt oder die Stadt) steckt ein ebenso recyclinggrauer Brief, der in Aufmachung und Text einem amtlichen Schreiben ziemlich ähnlich sieht - und auch ähnlich sehen soll! Allerdings: Das Finanzamt oder die Stadt frankieren ihre Briefe nicht als Massendrucksache sondern mit dem korrekten Briefporto. Das mal am Rande bemerkt.

Oh, denkt da so manch fleißiger Mitarbeiter - wichtige amtliche Post, hat der Chef wohl was vergessen. Der Chef ist ja in Urlaub und hat die wichtigsten Arbeiten seinem Mitarbeiter aufgetragen. Der darf vielleicht sogar auch Schriftstücke unterschreiben.

Wir lesen da Formulierungen wie "Abteilung: Eintragung / Registrierung",  "Basiseintrag", "Ergänzen oder korrigieren Sie bitte ..." und "muß durch Sie ergänzt werden." Und man kann die Rückantwort sogar gebührenfrei mit einer 0800er Faxnummer zurückfaxen. Wenn man das nicht tut, erhält man 14 Tage  später ein zweites Anschreiben, das einen dann schon unmissverständlicher auffordert zu unterschreiben - weil man ja auf das erste Schreiben nicht reagiert hat. So mancher unterschreibt - ohne sich den Text genau durchzulesen. Und genau so funktioniert die Masche.

Verantwortlich dafür zeichnet eine 'GWE Wirtschaftsinformations GmbH', betrieben von Herrn Sebastian Cyperski als Geschäftsführer. Es handelt sich also mitnichten um irgendeine quasi-amtliche Organisation, sondern um ein ganz normales kommerzielles Unternehmen. Soweit so gut. Geldverdienen ist in unserem Land nicht verboten und erstmal nichts Unanständiges.

ABER...

Rechnen wir doch mal nach, was der arglose Mitarbeiter, der diesen Wisch jetzt unterschreibt, seinem Chef aufhalst. Auf der Vorderseite sehen wir, das es sich um ein 'Eintragungsangebot zur Empfehlung Ihres Betriebes' handelt und dafür ein sogenannter Marketingbeitrag von 569,06 EUR pro Jahr fällig wird. Und damit nicht genug. Der Vertrag, der mit der Unterschrift abgeschlossen wird, läuft nicht über ein Jahr, sondern über zwei. Das ist nämlich die Mindestlaufzeit, wie wir im Kleingedruckten auf der Rückseite lesen können. Die Gesamtkosten belaufen sich also auf 1.138,12 EUR !!!

Was wird dafür geboten?

Kurz gesagt: Nix! Die Website der 'Gewerbeauskunftzentrale' ist eine simpel aufgemachte Adressverwaltungs-Datenbank, wie man sie für wenig Geld oder sogar kostenlos mit jedem Content Management System im Internet aufbauen kann. Der Nutzen ist höchst zweifelhaft. Kein Endverbraucher wird -um z.B. seinen Fußpfleger im Internet zu finden- den Suchbegriff 'Gewerbeauskunftzentrale' bei Google eingeben. Und wenn doch, erscheinen Dutzende Warnhinweise über die dubiosen Praktiken dieses Unternehmens unter den Top Ten. Sehr seriös *** kicher ***

Da steppt der TuxMan erhält vielmehr den Eindruck, das es sich hier nicht um eine Gewerbeauskunft- sondern eine Gewerbe-Abzock-Zentrale handelt. Denn Herr Cyperski scheint mit minimalem Aufwand auf maximalen Gewinn ausgerichtet zu sein. Noch einmal: Geldverdienen ist nicht verboten - also ist diese Masche nicht illegal, bewegt sich allenfalls in einer rechtlichen Grauzone. Denn hier wird ein horrender Preis für eine Leistung verlangt, dessen Nutzen kaum messbar und höchst zweifelhaft ist. Die Aufmachung des Schreibens ist nach Meinung vieler Rechtsanwälte außerdem bewusst auf eine Täuschung des Verbrauchers ausgelegt.

KISS my AssDen potenziellen Inserenten kann man besser empfehlen, auf Eintragungen dieser Art zu verzichten und das gesparte Geld lieber in eigene Marketingmaßnahmen zu investieren. Jedenfalls erhält das Schreiben bei mir den Status: KISS MY ASS. Und ab in die Rundablage.

Allen anderen -die schon unterschrieben haben- sei folgendes empfohlen: Wenn die Rechnung kommt, sofort Rechtsanwalt einschalten. Auf keinen Fall aussitzen (Achtung: Fristablauf) oder selbst auf das Schreiben antworten odar gar "kündigen". Damit bringt man sich vor Gericht in eine schlechtere Position!!! Weitere Hilfe bietet auch diese Website: www.abmahnhilfe24.de

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